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Presse
Die Heilpflanze Hanf für alle
27.06.2010
Autor: Jean-Pierre Egger, Präsident VSHF

Zeitpunkt Nr. 106 (März/April 2010)

 

Die Heilpflanze Hanf für alle

 

«Jubiläen und Zwischentöne» Zeitpunkt 104 (Nov./Dez. 2009)

 

Der Unterschreibende hat letzthin die Nummer 104 Ihrer Zeitschrift gelesen, was er von der ersten bis zur letzten Seite mit grossem Interesse tat. Auf Seite 57 hat er mit Verwunderung die Zeilen über den Nachtschatten-Verleger Roger Liggenstorfer und die Heilpflanze Hanf zur Kenntnis genommen. Daraus entnimmt man, dass sich die Rauschkultur dank Liggenstorfer «aus ihrer unsichtbaren Nische dem Mainstream genähert hat» – und dies sei lobenswert.

 

Gestatten Sie diesbezüglich folgende Bemerkung: Es stimmt, dass die bisher gesellschaftspolitisch unbedeutende Rauschkultur an Wichtigkeit zugenommen hat und dies nicht in kleinem Ausmass. Diese Tatsache ist aber nicht erfreulich, ganz im Gegenteil. Unser Verein hat den althergebrachten, zweihäusigen Hanf in den Wirtschaftsraum Schweiz, als einzigem Land in der Welt, in dem der mitteleuropäische Hanf (sativa non indica) nicht unter Verbot gestellt ist, zurückgebracht. Das war 1994.

 

Kaum war das vom VSHF initiierte Wiederaufleben des Hanfes seetüchtig geworden – Landwirte pflanzten den guten Hanf an, überall wurde er willkommen geheissen, die Hanfgegner waren machtlos – da traten die Hanfratten auf den Plan. Von hanffeindlichen Polizei- und Verwaltungskreisen instru- mentalisiert, wurden sie 1996 immer zahlreicher, koordinierten sich und monopolisierten die hanf- bezogene Medienberichterstattung. Weiteres diesbezüglich lesen Sie in der Rubrik Cave murem.

 

Ohne diese Vorgänge hätte sich die Schweizer Allgemeinheit mit dem guten Hanf angefreundet, die althergebrachte Acker- und Heilpflanze hätte einen guten und nicht einen schlechten Ruf, er stünde mit grosser Wahrscheinlichkeit kranken und schmerzgeplagten Menschen als heil- und gesundheitsbringende Medizin zur Verfügung. All diese schönen Perspektiven wurden durchkreuzt von der so genannten ‹Hanfkoordination›, einer Gruppierung, die nur die indische Hanfsorte (cannabis indica), alias Marihuana und das Kiffen sah und vertrat. Am normalen Hanf hatten diese Leute so wenig Interesse wie ein angetrunkener Freier an einem ungeschminkten, sauberen Mädchen. Dank ihnen ist die Gottespflanze unserer Vorfahren heute im Verständnis der Allgemeinheit untrennbar mit Kiffen verbunden. Heute propagiert Herr Liggenstorfer das Sucht- und Betäubungsmittel Alkohol in Form von Absinth. Alkohol (‚al kool‘ arabisch: das Listige, das Schlaue) vermindert Geist und Wahrnehmung – also genau das Gegenteil dessen, was Ihre lobenswerte Zeitschrift propagiert.

 

Ohne in Ihre Entscheidungsfreiheit als Verleger eingreifen zu wollen, wird hier das Begehren gestellt, Ihre Zeitschrift möge schreiben, was gesagt werden muss:

 

a) Die Hanfpflanze ist gut.

 

b) Im Gesetz ist sie verankert als Heilpflanze und sie steht jedermann zur Verfügung

    (siehe Vademecum).

 

lic.iur Jean-Pierre Egger RA

Präsident Verein Schweizer (Bauern)Hanf-Freunde/-innen



 
 





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